
Nelken präsentieren sich höchst unterschiedlich, mal in einem zarten Rosa, in einem leuchtenden kräftigen Rot, einem eleganten Weiß oder einem überraschenden Schwefelgelb. Mal mit kleinen Blüten auf flachen Polstern, mal mit großen Blütenköpfen, die sich an langen Blütenstielen in die Höhe strecken. Ob in Steingärten, als Beeteinfassung oder in Pflanzkübeln auf dem Balkon, allen Nelken gemeinsam ist, dass sie Sonne lieben und recht trockenheitsverträglich sind.
Nostalgische Sommerblüher, von romantisch bis wild natürlich, markanter Duft
Von den fast 300 Arten der Gattung Dianthus, die auf der nördlichen Halbkugel, und dort vor allem im Mittelmeergebiet, auf dem Balkan und in Kleinasien verbreitet sind, sind einige auch in Deutschland heimisch.
Nelken haben mit einer Vielzahl an Sorten schon früh Einzug in die Gärten und Gärtnereien Europas gehalten. Die Nelkenzüchtung erreichte ihre Hochphase im 18. Jahrhundert, als fortlaufend neue großblumige Nelkensorten für die Schnittblumenproduktion auf den Markt kamen. Durfte doch die «Blume der Götter» in keinem Brautstrauß und keinem Blumengruß fehlen! Obwohl in der Vase äußerst haltbar, ist die Nelke als Schnittblume trotz etlicher Revivalversuche etwas aus der Mode geraten.
Winterharte Nelken sind oft unterschätzte, wertvolle Stauden für unterschiedlichste Gartensituationen. So sind Bart- und Karthäusernelke fester Bestandteil in Bauerngärten. Mit letzterer lassen sich wie mit Heide- und Schwefelnelken großflächige Steingarten-, Heidegarten- und Naturgarten-Anlagen gestalten. Dabei punkten sie u.a. mit ihrem relativ späten Blühzeitpunkt und bringen Farbe in den Steingarten, wenn Blaukissen, Steinkraut und Gänsekresse schon am Abblühen sind. Pfingst- und Federnelken zieren Rabattenränder, Steingarten und Gräber nicht nur mit ihren stark gezähnten oder geschlitzten Blüten, sondern auch mit ihren graugrünen dichten Blattpolstern. Ob es wohl an dem betörenden Duft liegt, den die meisten Nelkenarten verströmen, dass Insekten von ihnen magisch angezogen werden? Vor allem, wenn sie von der Sonne beschienen werden, breitet sich ein kräftiger, würziger Geruch über dem Beet aus.
Fast alle Dianthus-Arten lieben kalkige Böden. Ihr Nährstoffbedarf ist eher gering. Zuviel Stickstoff lassen sie mastig werden und die Triebe auseinanderfallen. Nelken mögen es sonnig und trocken, ein zu feuchter Standort oder sehr nasse Witterung fördern Pilzkrankheiten wie den Nelkenrost. Vermehrt werden die Wildarten über Saat, die meisten Sorten über grundständige Stecklinge im Sommer.
Regelmäßiges Auszupfen von abgeblühten Blüten verlängert die Blütezeit. Im zeitigen Frühjahr oder auch nach der Blüte können die Polster zurückgeschnitten und so ein Neuaustrieb, evtl. auch eine Nachblüte angeregt werden.
Auch wenn Nelken duften, die Gewürznelken, die beim Kochen und Backen verwendet werden, haben mit der Gattung Dianthus nichts zu tun. Dabei handelt es sich um die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes, einem Myrthengewächs, das v.a. in Asien kultiviert wird.