
Enzian - kaum eine andere Pflanze, außer das oft im gleichen Atemzug erwähnte Edelweiß, wird so mit den Alpen, mit Gebirge in Verbindung gebracht wie die bezaubernd schönen Gentiana-Arten. Ihre Blüten ziehen die Blicke auf sich mit ihrem leuchtenden, reinen Blau. Außerdem sind sie eine hervorragende Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln. Und so mancher Schmetterling ist sogar exklusiv auf sie angewiesen. Enziane stehen in Deutschland unter Naturschutz und dürfen nicht ausgegraben werden! Wenn Sie Enzian in Ihren Garten holen möchten, bestellen Sie gerne hier online in unserem Pflanzen-Shop.
Wir lieben Enzian, weil er farbintensiv, ausdauernd und verlässlich winterhart ist.
Enzian ist weltweit in den gemäßigten Zonen vertreten. In den Bergen Europas findet man sie bis auf 3000 m Höhe. Die Gattung Gentiana umfasst annähernd 800 Arten, die zur besseren Übersicht in einige Untergruppen aufgeteilt werden. Es gibt frühlings-, sommer- und herbstblühende Arten. Recht unterschiedlich sind auch die Ansprüche, die die einzelnen Enzian-Arten an den Standort stellen. So sind sind die einen kalkliebend, andere kalkfliehend, viele gedeihen an sonnigen Plätzen, während andere den lichten Schatten der Bergwälder bevorzugen. Anders als man gemeinhin denkt, brauchen die meisten Enzian-Arten einen frischen, humosen, gleichmäßig feuchten Boden, der allerdings nicht zur Staunässe neigen sollte. Diese Ansprüche sollte man berücksichtigen, wenn man Gentiana erfolgreich im Garten ansiedeln möchte. Aber das Unterfangen lohnt sich! Denn: Das intensive Blau der Blüten ist rar im Staudenreich und hat sogar als Farbbezeichnung Einzug gehalten; so werden die Blüten einiger Sorten von Rittersporn, Eisenhut oder auch Glockenblumen als «enzianblau» beschrieben.
Enziane läuten den Frühling im Steingarten ein. Die heimische Wildstaude lässt die Steinanlage leuchten, zusammen mit Blaukissen, Steinkraut, Gänsekresse und Küchenschellen. Es gibt Gartenauslesen von Gentiana acaulis (wie die von uns angebotene), die einen kalkigen Boden besser tolerieren als die Wildform. Die dichten grünen Blattpolster machen niedrige Enzian-Arten auch zu hervorragenden Beet- und Grabeinfassungen. Wichtig ist bei der Pflanzung auf ausreichend Abstand zu den Nachbarpflanzen zu achten, v.a. wenn diese recht starkwüchsig sind. Denn allzu sehr bedrängt möchten die frühjahrsblühenden Enziane nicht werden. Das gilt auch, wenn man sie in Töpfe und Steintröge pflanzt, eine echte Bereicherung für den Balkon- und Terrassengarten!
Der sommerblühende Schwalbenwurz-Enzian dagegen kommt mit der Nähe seiner Pflanzpartner besser zurecht und fühlt sich im lichten Schatten von Gehölzen wohl, zwischen Farnen, mit Wald-Glockenblumen und Gräsern. Wichtig für ein gutes Wachstum ist ein eher feuchter, kalkiger Standort. Er ist auch eine gefragte Schnittblume, bei der es sich empfiehlt, die unteren Blätter zu entfernen, da diese relativ schnell vergilben.
Bei der Pflanzung sollte bei recht mageren Böden ein wenig nährstoffreicher Humus in das Pflanzloch gegeben werden und bei schweren Böden etwas Sand und/oder Splitt. Dann wachsen Enziane auch auf eher schwierigen Standorten ganz ordentlich. Überzeugen kann man sich davon auf dem Mutterpflanzenacker unserer Gärtnerei, wo Gentiana acaulis mittlerweile auf schwerem Lehm große Polster gebildet hat.
Enziane sind äußerst ausdauernde, robuste Pflanzen, die lange an einem Standort bleiben können. Eine Teilung zur Verjüngung ist erst nach Jahren nötig.
Ein Schutz vor Schnecken ist nicht notwendig, da Bitterstoff die Gentiana-Arten für die Weichtiere eher unattraktiv machen.
Reine Arten lassen sich gut durch Aussaat vermehren. Allerdings ist Geduld gefragt, denn die Pflanzen blühen erst im dritten Jahr nach Aussaat. Die Polster der Frühlingsenziane lassen sich entweder im zeitigen Frühjahr (noch vor der Blüte) oder im Spätsommer gut teilen.
Enzian findet als Heilpflanze als Tee und Tinktur und als Spirituose Verwendung. Gewonnen werden diese - anders als es blaue Blüten auf dem Etikett oft suggerieren - fast ausschließlich aus den Wurzeln des gelbblühende Enzians, Gentiana lutea. Die Ernte erfolgt streng reglementiert als Wildsammlung oder von Pflanzen aus Feldanbau. Die Wurzeln weisen einen hohen Gehalt an Bitterstoffen auf, weshalb Enzian v.a. als Magenmittel, zur Anregung der Verdauung, Anwendung findet.
Während sich Gentiana verna und acaulis problemlos umpflanzen lassen und dabei auch geteilt werden können, ist dies beim Schwalbenwurz-Enzian eher schwierig. Denn er bildet holzige Wurzeln, die beim Ausgraben beschädigt, nur schwer wieder anwachsen.